Evangelischer Posaunenchor Lampertheim
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Geschichte

100 Jahre Evangelischer Posaunenchor in Lampertheim


Die Geschichte des Lampertheimer Chores 100 Jahre Posaunenchor! Für uns heute in der schnelllebigen Zeit eine unvorstellbare Zeitspanne. Und doch ist es Realität. Seit 100 Jahren nun steht der evangelische Posaunenchor Lampertheim schon im Dienst der Lampertheimer Gemeinden und vermittelt mit seiner Musik die Ideen der christlichen Gemeinschaft, verschönt Höhepunkte des Lebens und spendet Trost in Zeiten der Trauer. 100 Jahre Chorgeschichte wieder in die Erinnerung zurückzurufen oder der heutigen Generation näher zu bringen ist jedoch ein unmögliches Unterfangen und kann sich nur auf die Aufzählung einiger Fakten und die Wiedergabe überlieferter Anekdoten beschränken. Die Geschichte selbst ist dagegen viel facettenreicher und hat bei denen, die sie mit gestaltet haben, die verschiedensten Eindrücke und Erinnerungen hinterlassen. Viele dieser Erinnerungen können wir heute nicht mehr in Erfahrung bringen, und diejenigen, die ihre Eindrücke schildern könnten, würden sicher ein sehr unterschiedliches Bild der Chorgeschichte zeichnen. Doch jedes dieser Bilder ist Teil der Geschichte und Teil der 100jährigen Realität des Posaunenchores. Die Gründungszeit Über die Gründung des Chores im Jahre 1903 gibt es keine schriftlichen Unterlagen mehr. Sie wurden in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai 1944 durch die Bombardierung der Domkirche und des Pfarramtes vernichtet. So sind wir nur auf mündliche Überlieferungen angewiesen. Friedrich Griesheimer hat bereits vor dem 50jährigen Jubiläum Informationen zur Entstehung des Chors von damals noch lebenden Gründungsmitgliedern zusammengetragen und für die Nachwelt festgehalten. Der Chor wurde im Jahre 1903 unter dem damaligen Pfarrer Drescher und seinem Pfarrassistenten Rudolf Eckel gegründet. Daran beteiligt war auch Pfarrer Kalbhenn, der von 1897 bis 1898 in Lampertheim als Pfarrverwalter tätig war und in seiner späteren Gemeinde Obermockstadt bereits einen Posaunenchor gegründet hatte. Dieser Chor wirkte bei der Einweihung des evangelischen Krankenhauses am 28. September 1902 mit und gab den Anstoß zur Gründung eines eigenen Posaunenchores in Lampertheim. Sicher waren Eckel und Drescher auch durch die von Johannes Kuhlo angeführte Bewegung inspiriert. Ihnen gelang es, junge Männer des „Evangelischen Jünglingsvereins" (dem heutigen CVJM= Christlicher Verein Junger Menschen) für diese Bläserbewegung zu begeistern. Die Gründungsmitglieder waren Johannes Beck, Philipp Boxheimer, Martin Göbel, Martin Götz, Adam Grünewald, Johannes Grünewald, Jakob Hamm, Johannes Hopp, Paul Kindler, Jakob Klotz, Johannes Lerch, Ludwig Medert, Johannes Schmidt, Philipp Steffan und Adam Tramer. Fridolin Heun, der auf dem Bild von 1914 in der vordersten Reihe sitzt, war einer der ersten Jungbläser des Chores und gehörte nicht zu den Gründungsmitgliedern Fridolin Heun ist jedoch ein frühes Beispiel für die Entwicklung von Posaunenchorbläsern bis hin zu Berufsmusikern. Er war später über mehrere Jahre erster- und Solotrompeter am Staatstheater in Oldenburg und verlor trotzdem niemals den Kontakt zu seinen bläserischen Ursprüngen. So ließ er es sich nicht nehmen, beim 50-jährigen Jubiläum des Posaunenchores Lampertheim in der Notkirche mitzuwirken. Der Kirchenvorsteher Ludwig Herweck beschaffte in der Anfangszeit das Geld für die Instrumente, wofür er auch von Haus zu Haus ging und sammelte. Pfarrer Eckel hatte sicher seine liebe Müh und Not, den Chorneulingen das Notenlesen und Blasen beizubringen. Doch bereits zu Weihnachten 1903 hat der Chor beim Gottesdienst mitgewirkt. Leider ist nicht überliefert, wie dieser erste Auftritt nach so kurzer Anlaufzeit in der Kirche geklungen hat. Da Pfarrer Eckels Zeit und auch seine musikalischen Kenntnisse nicht ausreichten, den Chor weiterzubringen, wurde Maurermeister Jakob Lerch, ein nebenberuflicher Musiker, verpflichtet. Er leitete den Chor bis 1905. Die anfängliche Begeisterung war so groß, dass zweimal in der Woche geprobt wurde. Zunächst geschah dies im alten Pfarrhaus in der Römerstraße (dem späteren Möbelhaus Keim und Co.). Als jedoch Pfarrer Drescher die Misstöne nicht länger ertragen konnte, probte man einmal im Pfarrhaus und das andere Mal reihum bei den einzelnen Bläsern. Dies praktizierte man neun Jahre, bis man 1912 in den neuen Gemeindesaal umziehen konnte. In seiner Gründungszeit orientierte sich auch der Posaunenchor Lampertheim an der von Johannes Kuhlo geprägten Bewegung der kirchenmusikalischen Grundprinzipien, verbunden mit strengen glaubensbetonten Chorregeln. Auch heute finden die vier Notenbände von Kuhlo mitunter noch Verwendung für die musikalische Ausgestaltung von Gottesdiensten. Der Chor entwickelte sich weiter, so wie sich die Anforderungen durch die wechselnden Dirigenten veränderten. Nach Jakob Lerch übernahm Zollinspektor Hadamek (1906 bis 1914) die Leitung des Chores. Hadamek sammelte seine Erfahrung in der Militärmusik und konnte sie positiv auf die musikalische und zahlenmäßige Entwicklung des Chores umsetzen. Durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs wurde die Aufwärtsentwicklung des Chores gestoppt.
Die meisten Mitglieder wurden zum Kriegsdienst einberufen, und die Arbeit des Chores musste eingestellt
werden.


Zwischen den Weltkriegen


Bereits nach Ostern 1918, also noch vor Beendigung des ersten Weltkrieges, war es erneut Pfarrer Eckel, der an die
Erfolge vor dem Krieg anknüpfte und wieder mit der Aufbauarbeit begann. Wieder war es der Jünglingsverein11,
aus dem er den Nachwuchs holte. Erfreulich war auch, dass sich einige der Gründungsmitglieder und später
hinzu gekommene Bläser für den Wiederaufbau des Chores und der musikalischen Ausbildung der Jungmusiker
einsetzen. Im Februar 1919 kam dann Pfarrassistent Lenz als Unterstützung für Pfarrer Eckel nach Lampertheim
und übernahm die Leitung des Posaunenchores. Der erste öffentliche Auftritt nach dem Krieg außerhalb des
Gottesdienstes war am Sonntag, dem 21. März 1920, als die neuen Glocken abgeholt und mit Choralblasen durch
die Straßen Lampertheims zur Kirche gebracht wurden. Da die neuen Bläser noch nie in Marschformation und
somit in Bewegung geblasen hatten, musste Pfarrer Lenz mit ihnen auf den Wiesen an der Tuchbleiche
„exerzieren". Um so mehr waren alle stolz darauf, dass bei der Glockeneinholung alles so gut klappte.
In dieser Zeit herrschten aber auch strenge Sitten. Wie in einer damaligen Satzung zu lesen ist, musste jeder
Bläser, der nicht zur Probe kam und dies dem Dirigenten nicht rechtzeitig gemeldet hatte, 25 Pfennig Strafe
zahlen, was in manchen Berufen durchaus einem Stundenlohn entsprach.
Pfarrer Lenz leitete den Chor von März 1919 bis zu seiner Versetzung nach Nieder-lngelheim im Mai 1921. Als
Nachfolger von Pfarrer Lenz übernahm Zollinspektor Meier für etwa ein Jahr die Leitung des Chores. Es folgten
von 1922 bis 1926 Herr Miesner und von 1927 bis 1930 Karl Alles; beide Bahnbeamte und alte Militärmusiker. Sie
gaben damit dem Chor neue und andersartige Impulse, die den musikalischen Horizont erweiterten.
Auch heute noch werden bei Gemeindefesten und außerkirchlichen Veranstaltungen Marschmusik, Schlager
und Hits verschiedener Stilrichtungen gespielt.
In den Jahren 1930 bis 1933 übernahmen dann die beiden Diakone Gustav Engelbrecht und Walter Zinke die Leitung
des Chores. Sie waren es, die durch ihre Jugendarbeit jungen Bläsern die nötige Begeisterung für den Chor
vermitteln konnten.
In der Reihe der Dirigenten gab es eine Ausnahmeerscheinung: Eduard Komba. Von 1933 bis 1978 - nur
unterbrochen durch den 2. Weltkrieg -leitete er den Posaunenchor. Was Eduard Komba in diesen 45 Jahren an
Idealismus und Liebe zur Musik aufgebracht hat, wissen nur noch wenige, und es lässt sich in Worten auch nur
schwer beschreiben. Unermüdlich hat er an dem Chor gearbeitet, unzählige Einsätze vorbereitet und geleitet. Er
war mit Leib und Seele der Kirchenmusik verschrieben. Selbst ausgebildeter Violinist, hat er aus den unterschiedlichsten
musikalischen Bereichen Transkriptionen für Blechbläser gefertigt und regelmäßig zur
Aufführung gebracht. Der Chor erlebte dadurch von 1933-1939 einen erfolgreichen Aufschwung. Weitere
Jungbläser konnten geworben werden, und es entwickelte sich unter der unermüdlichen Arbeit von Eduard
Komba ein beachtlicher Klangkörper.
Wie schon einmal 1914 wurde die Arbeit des Chores mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939 jäh unterbrochen.
Die meisten Bläser wurden Soldaten. Zehn von ihnen kehrten nicht mehr zurück. Es waren dies: Walter
Hartmann, Wilhelm Hartmann, Ludwig Heiselbetz, Otto Jakobi, Hans Klingler, Philipp Medert, Heinrich
Reymund, Ludwig Schlappner, Adam Steffan und Martin Weygand.


Nach dem 2. Weltkrieg


1945 kamen die ersten Bläser aus dem Krieg zurück, und mit denen, die nicht zum Kriegsdienst eingezogen worden
waren, fand sich ein kleines Häuflein zusammen, das die Proben und den Einsatz im Gottesdienst wieder auf
nahm. Spätheimkehrer und junge Bläser kamen hinzu, und bereits zum 50jährigen Jubiläum 1953 waren die
Lücken, die der Krieg gerissen hatte, geschlossen. Zur Zeit dieses Jubiläums gehörten zu den aktiven Mitgliedern
des Chores: Christian Sebastian Bachert, Herbert Bachert, Hans Beck, Adam Embach, Ludwig Embach, Erich
Gaier, Klaus Gaier, Wilhelm Griesheimer, Ludwig Hamm, Hans Hiller, Ludwig Klotz, Richard Klotz, Günther
Klotz, Georg Lerch, Wilhelm Medert, Albin Metz, Horst Metz, Lorenz Metz, Johannes Paul, Rudolf Rhein,
Johannes Rupp, Adam Schollmeier, Karl Schollmeier, Ludwig Steffan, Philipp Steffan, Friedrich Wehe, Richard
Weidmann, Theo Weidmann und der Obmann Friedrich Griesheimer.
1953 übergab Friedrich Griesheimer das Obmannsamt an Wilhelm Medert, der durch Krankheit und schnellen Tod
leider nur zwei Jahre für die Förderung des Nachwuchses sorgen konnte. An seine Stelle trat Hans Beck, unter
dessen Leitung das 60jährige Jubiläum gefeiert werden konnte. Es war verbunden mit der Ausrichtung des
Landesposaunentages der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, zu dem etwa 1000 Bläser nach
Lampertheim kamen. Dem einen oder anderen sind vielleicht noch das Konzert im Friedhofspark oder der
Abschluss in der überfüllten Spargelhalle in bleibender Erinnerung.

Hans Beck gehörte zu den Bläsern, die noch vor dem 2. Weltkrieg mit dem Musizieren begonnen hatten, vom Krieg zurückkamen und noch jung genug waren, um im Chor die Verbindung zwischen den Generationen herzustellen. Ihm folgte 1966 als Obmann Herbert Bachert, ein Vertreter der Nach-kriegsgeneration. Im Zeitraum von 1950 bis
1975 gehörten zeitweise über 40 Bläser dem Chor an: Herbert Bachert, Roland Bachert, Uwe Bachert, Ludwig
Boxheimer, Heinz Eichenauer, Ludwig Embach, Erich Gaier, Klaus Gaier, Ernst Gollner, Wilhelm Griesheimer,
Ludwig Hamm, Dieter Hartmann, Helmut Heck, Hermann Heck, Richard Hege, Hans Miller, Jochen Hiller, Werner
Klingler, Friede! Klotz, Günter Klotz, Richard Klotz, Hubert Lenz, Helmut Lerch, Hartmut Lewitzki, Ludwig
Maischein, Klaus Medert, Albin Metz, Horst Metz, Karl-Martin Ohl, Willi Petersohn, Jürgen Roeske, Karl-Heinz
Schwind, Günter Seelinger, Hans-Martin Seelinger, Ludwig Seelinger, Walter Seelinger, Hans Stein, Christiane
Stoll, Karl Stoll, Franz Weber, Friedrich Wehe, Richard Weidmann, Theo Weidmann, Helmut Wetzel.
1976 übernahm Richard Hege das Amt des Obmanns und begann diese Aufgabe in einer Zeit, als der
Posaunenchor sich auf einen weiteren Höhepunkt seiner Geschichte vorbereitete: das 75jährige Jubiläum. Auch
dieses Ereignis wurde gebührend mit der Unterstützung von etwa 400 Bläsern aus dem Bezirk Starkenburg im
Rahmen des Südhessischen Posaunentags am 14. und 15. Oktober 1978 gefeiert. Zu den damaligen aktiven
Bläsern zählten Herbert Bachert, Roland Bachert, Uwe Beck, Friedhelm Breier, Dr. Dieter Feinauer, Herbert
Fiedler, Jörg Fröhlich, Steffen Fröhlich, Ernst Gollner, Jürgen Griesheimer, Helmut Heck, Frank Hege, Gudrun
Hege, Richard Hege, Hans Hiller, Jochen Miller, Ansgar Kelber, Werner Klingler, Hubert Lenz, Petra Maurer, Klaus
Medert, Lothar Sauer, Walter Seelinger, Christiane Stoll, Karl Stoll, Beate Stornier, Gunter Stornier, Franz Weber,
Gudrun Weidmann, Richard Weidmann und Eckart Wirthwein.
Wie sich an den Vornamen erkennen lässt, hat es auch in Lampertheim lange gedauert, bis sich Bläserinnen im
Posaunenchor einfanden.
Überschattet wurde das Jubiläum jedoch durch den plötzlichen Tod von Eduard Komba am 9. September 1978.
Richard Hege schrieb in einem Nachruf: „ Doch nicht nur seine musikalische Begabung ist es, die ihn für uns so
bedeutsam werden lässt. Es ist in gleicher Weise seine unerschütterliche Treue, mit der er über Jahrzehnte die
kirchenmusikalische Aufgabe wahrnahm. Wie stark sich in dieser Zeit das personelle Gesicht des Chores auch
änderte, Eduard Komba war die musikalische Brücke zwischen den Bläsergenerationen, der Garant für die
Fortentwicklung der Kirchenmusik und ein wichtiges Bindeglied zwischen den beiden Kirchengemeinden."
Darüber hinaus pflegte er das kirchenmusikalische Wirken mit der katholischen Andreas-Gemeinde. Zusammen
mit deren Kantor Elmar Glöckner wurden mehrere Konzerte veranstaltet bei gegenseitiger kirchenmusikalischer
Unterstützung, was als Vorstufe im Sinne der heutigen Ökumene verstanden werden muss. Mit seinem Tod ging
die jahrzehntelang dauernde Ära der Kontinuität und der durch Eduard Komba persönlich geprägten
Weiterentwicklung zu Ende.


Die „Neuzeit"


Mit Gertrud Ströder übernahm im Oktober 1978 erstmals eine Frau die Leitung des Posaunenchores. Damit
vollzog nun endgültig die bislang fast ausschließlich durch Männer geprägte Geschichte des Chores einen
weiteren Wandel. Als noch in den Anfangszeiten der Posaunenchöre die Rekrutierung von neuen Bläsern aus den
Jünglingsvereinen erfolgte, war das Posaunenblasen fast ausschließlich Männersache. Doch dies wandelte sich
im Laufe der Jahrzehnte, und heute wirft niemand mehr die Frage nach den Geschlechtern auf.
Die enge Verbundenheit zu anderen Lampertheimer Vereinen, die stets auf die musikalische Unterstützung des
Posaunenchores in ihren Aktivitäten zählen können, dokumentiert sich bis heute in gemeinsamen
Veranstaltungen wie Feldgottesdiensten, Gedenkfeiern aber auch diversen Hof- und Vereinsfesten. Unter
anderem hat dieses weit über den kirchenmusikalischen Auftrag hinaus gehende Engagement mehrmals zur
Verleihung des Kulturpreises der Stadt Lampertheim geführt.
Nachdem Frau Ströder 1982 ihren Wirkungskreis in den Taunus verlagerte, war der Chor zunächst ohne
hauptamtlichen Dirigent. Bis zur Amtseinführung von Dirk Schönberger im Jahre 1983 als neuen Kantor der
evangelischen Kirchengemeinden und Leiter des Posaunenchores erklärte sich der Landesposaunenwart Horst
Wetzlar bereit, jeden Freitag die Probe zu leiten und bei Auftritten den Chor zu dirigieren. Unter der nunmehr
professionellen Regie von Dirk Schönberger fanden neben der kirchenmusikalischen Routine eines
Posaunenchores zahlreiche Konzerte mit namhaften Solisten statt. Mit den Trompetern Dirceu Braz, Klaus
Lindemann, Jörg Haussier, Prof. Wolfgang Pohle und dem Posaunisten Klaus Bruschke seien nur einige der Solisten
genannt, mit denen der Posaunenchor in dieser Zeit arbeitete und konzertierte.
In diese musikalisch fruchtbare Zeit fiel 1993 auch das 90-jährige Jubiläum, welches mit einem Bläsertag mit
Gottesdienst im Dom mit vielen Teilnehmern aus den Posaunenchören der Region Starkenburg begangen wurde.
Verbunden mit einer umfangreichen Fotoausstellung über die Geschichte der Posaunenchorarbeit und speziell des Lampertheimer Posaunenchores veranstalteten die Bläser ein Konzert in der Martin-Luther-Kirche.
Neben den außergewöhnlichen künstlerischen Leistungen, zu denen Dirk Schönberger als Kantor den Chor
hinführte, verwirklichte er auch durchsetzungsstark sein zeitgenössisches und künstlerisches Schaffen und ging
auch kirchenmusikalisch neue Wege, auf denen für weltliche Aktivitäten kaum mehr Raum blieb. Diese
Entwicklung führte 1994 zunächst zur Teilung des Chores in zwei, teilweise konkurrierende, Gruppen. Zum Ende
des Jahres 1995 erging ein Kirchenvorstands-beschluss, der die Existenz einer zweiten eigenständigen Gruppe
nicht mehr duldete, was der Johannes-Gemeinde in Neuschloß einen eigenständigen Posaunenchor bescherte.
Die Arbeit wurde im verbleibenden Restchor weitergeführt, was der Qualität und dem Engagement jedoch keinen
Abbruch tat. Dies war auch die Zeit, als Steffen Fröhlich die Aufgaben des Obmanns übernahm.
1999 kam Dirk Schönberger bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben, und der Posaunenchor stand
wieder einmal vor einem Neuanfang. Mit Klaus Bernshausen als neuem Obmann und Jens Amend, dem neuen
Kantor, begann die Erneuerung des Chores. Es konnten neue Jungbläser gewonnen werden, und die Ausbildung
des Nachwuchses wurde mit viel Engagement und Zeitaufwand von Klaus Bernshausen, Friedhelm Breier und
Michaela Fröhlich übernommen. Bald schon konnte der Chor wieder an die alten Erfolge und Leistungen
anknüpfen.
Nach zwei erfolgreichen Jahren künstlerischen Schaffens verließ Jens Amend im Juli 2002 Lampertheim wieder,
um in der Nähe seines Heimatortes eine neue Aufgabe zu übernehmen. Zunächst kümmerte sich Klaus
Bernshausen kommissarisch um die musikalische Leitung, bis im Januar 2003 Heike Ittmann als neue Kantorin ihre
Arbeit aufnahm. Und wir, die aktiven Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores Lampertheim, Josef Auer,
Roland Bachert, Helmut Bauer, Andrea Bernshausen, Klaus Bernshausen, Friedhelm Breier, Michaela Fröhlich,
Steffen Fröhlich, Raimund Gaumann, Hans Gierlich, Elfgard Griegoßies, Hans Hiller, Steffen Hiller, Tobias
Kietzmann, Christoph Lenz, Wilfried Schneider, Peter Sturm, Franz Weber, werden die Aufgabe als Chor weiter
erfüllen. Diese kann nur in der Pflege alter und neuer Kirchenmusik liegen, um damit im Gottesdienst, bei
Gemeindeveranstaltungen und Kirchenfesten, bei Geburtstagsständchen und sonstigen Veranstaltungen
anderen Freude zu bereiten und Gottes Wort musikalisch zu untermauern.